Labor für Molekulare Genetik und Diagnostik
Medizinische Universität Innsbruck
Universitätsklinik für Innere Medizin V
Hämatologie und Onkologie
MZA (Medizinzentrum Anichstrasse)
3. OG. Stock / Nord
Anichstrasse 35
6020 Innsbruck
Tel: 0043-512-504-82127
Fax: 0043-512-504-23293
michael.steurer(at)i-med.ac.at
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag, 08:00 bis 16:00 Uhr
Personalstruktur
- Ärztliche Leitung:
Univ.-Prof. Dr. Michael Steurer
- Ärztliche Mitarbeiter:
Dr. Stefan Schmid
Dr. Gerold Untergasser
- Biomedizinische Analytikerinnen:
Roswitha Mühlmann
Nicole Krug
Hodaie Jasmin
Laboraufgaben
Die Aufgaben des Labors für Molekulare Genetik und Diagnostik sind zweigeteilt.
Es werden zum einen Routineaufgaben für molekulare Spezialdiagnostik in der Hämatologie wahrgenommen, während auf dem wissenschaftlichen Sektor diagnostische Methoden vor allem an Patientenproben evaluiert und weiterentwickelt werden.
Diagnostik
Im Rahmen der Routinediagnostik steht der Nachweis molekularer Marker insbesondere bei myeloproliferativen Neoplasien im Vordergrund. Im Fokus steht hier die chronische myeloische Leukämie (CML) mit Bestimmung des BCR-ABL Fusionsgens bei Erstdiagnose, wie im weiteren Verlauf die BCR-ABL Quantifizierung zur Verlaufskontrolle. Methodisch kommt hier vor allem die Real-Time PCR zum Einsatz, die die Quantifizierung der Transkripte ermöglicht und so neben der spezifischen Diagnose der Erkrankung auch das Monitoring des Therapieerfolges erlaubt. Zur Diagnostik bei sogenannten Philadelphia-Chromosom-negativen myeloproliferativen Neoplasien wie zum Beispiel der Polyzäthamia vera, der Primären Myelofibrose oder der Essentiellen Thrombozythämie, erfolgt die Analyse bezüglich des Vorliegens der JAK2 V617F Mutation.
Die molekulargenetische Diagnostik gewinnt jedoch auch bei akuten Leukämien zunehmend an Bedeutung. Zum einen bei der Diagnostik wie z.B. Nachweis der t(15;17) PML-RARA Mutation bei der akuten Promyelozytenleukämie oder die Bestimmung der BCR-ABL ‚Mutation bei der Philadelphia-Chromosom positiven Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL), aber auch zur Prognoseabschätzung (FLT3-ITD, FLT3-TKD, CBFB-MYH11A, RUNX1-RUNX1T1, NPM-1). Ein weiterer diagnostischer Schwerpunkt stellt die Chimärismusdiagnostik bei stammzelltransplantierten Patienten dar. Hierbei werden verschiedene Genloci, die in ihrer Länge interindividuell variieren, nachgewiesen. Auf diese Weise kann das Verhältniss zwischen Spender- und Empfängerzellen im Blut bzw. Knochenmark festgestellt werden. Diese Diagnostik stellt somit einen wesentliche Baustein zur Diagnose und Überwachung von Abstossungsreaktionen oder Rezidiven der Grunderkrankung bei Patienten nach Stammzelltransplantation dar.
Schlussendlich kann die molekulargenetische Diagnostik auch bei lymphoproliferativen Erkrankungen mittels Analyse des Immunglobulin-Rearrangements (bei B-Zell Lymphomen) bzw. des T-Zellrezeptor Rearrangements (bei T-Zell Lymphomen) einen wichtigen Beitrag zum Nachweis zirkulierender Lymphomzellen im peripheren Blut oder im Knochenmark leisten.Wenn Sie Patientenproben (Knochenmarskaspirat oder peripheres Blut) einschicken wollen, klicken Sie für das Anforderungsformular bitte hier.
Forschung
Der Nachweis von molekularen Markern oder Mutationen stellt einen wesentlichen Baustein in der modernen Diagnostik hämatologischer Neoplasien dar. Deren Bedeutung wird in Zukunft noch zunehmen, da basierend auf diesen Mutationen effiziente Therapiekonzepte entwickelt wurden. Als Beispiel sei hier die CML mit der BCR-ABLl Mutation und deren Inhibition durch spezifische Kinaseinhibitoren genannt.
Durch den ständigen Fortschritt auf dem Bereich der Molekulargenetik in der Hämatologie werden ständig neue Mutationen dieser Art identifiziert, ein Beispiel hierfür ist die Jak2-Mutation bei der Polyzythaemia Vera, der Essentiellen Thrombozythämie und bei der Primären Myelofibrose. Die Evaluierung und Neuentwicklung von Methoden zum Nachweis solcher Mutationen bei hämatologischen Neoplasien und die Erforschung der pathobiologischen Bedeutung derselben stellen einen Schwerpunkt in der angewandt-wissenschaftlichen Seite des Labors dar. Ein weiterer Schwerpunkt stellt die molekularbiologische Charakterisierung bislang unbekannter Resistenzmechanismen gegenüber neuen in der Onkologie angewendeten Therapeutika dar wie z.B. die Resistenz gegenüber Proteasomeninhibitoren (Bortezomib), immunmodulatorischen (Lenalidomid) und pro-apoptotischen Substanzen (wie z.B. monoklonalen Antikörpern).

